Pfarrei St. Albertus Magnus

Der kosmische Christus von W. Zacharias

der kosmische Christus

Über dem Hauptaltar der St. Albertus-Magnus-Kirche hängt ein 4x4m großes Kunstwerk aus Messing und Email, das den Blick jedes Kirchenbesuchers sofort auf sich zieht: der Kosmische Christus von Walter Zacharias.

Der Regensburger Künstler hat mit seiner eigenwilligen Gestaltung des Kreuzes nicht nur einen dekorativen Zweck erfüllt, sondern sein Werk eingeordnet in die tieferen Bezüge des sakralen Raumes.  Im Zusammenspiel von Form und Farbe werden Stimmung, Ruhe, Bewegung, objektive und subjektive Erkenntnis ausgedrückt. Zacharias ließ sich dabei von Teilhard de Chardin inspirieren.

Der Glaube an Christus und die Evolution ist für Teilhard ein unteilbares Credo. Die Evolution, verstanden als Emporentwicklung, ist auch im Kreuz zu erkennen: die dunklen Emailfarben der Basis symbolisieren das Spannungsfeld der Materie — jener Welt, die Gottes geliebte Schöpfung ist, aber immer noch weiter aufgebaut werden muss.

Die ungeordnete Materie ist durchtränkt vom Goldton der göttlichen Gnade. Sie türmt sich auf und strebt nach oben, um sich mit Christus zu vereinigen, der als Mittler zwischen Gott und der Schöpfung die Welt erlöst und als Gottessohn den ganzen Kosmos an sich zieht.

Zur Vereinigung mit diesem kosmischen Christus, der von der Erde erhöht ist und doch alle an sich zieht, der die chaotische Materie ordnet und einmünden lässt in die strahlende Ewigkeit, führt die Gnade, die aus der Eucharistie kommt. Deshalb befindet sich das Kunstwerk direkt über dem Hauptaltar und gleichsam als Verbindungslinie fungiert der gold– oder Gott-farbene Rhomboid, in dessen Füße der Gekreuzigt-Auferstandene eintaucht.

Ich glaube, dass das Weltall eine Evolution ist;
ich glaube, dass die Evolution in Richtung des Geistes strebt;
ich glaube, dass der Geist sich im Personalen vollendet;
ich glaube, dass die Vollendung des Personalen der universelle Christus, der kosmische Christus ist.

(Teilhard de Chardin)